Winfried Bönig

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Winfried Bönig wurde 2001 zum Domorganisten in Köln berufen und war von 1998 bis 2025 Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation an der Musikhochschule Köln. Beide Stellen gehören zu den herausragenden organistischen Positionen in Deutschland. Seit 2025 lehrt er an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Seinen ersten Orgelunterricht erhielt der geborene Bamberger mit dreizehn Jahren beim Domorganisten seiner Heimatstadt, Wolfgang Wünsch, bevor er in die Orgelklasse von Franz Lehrndorfer an der Münchener Musikhochschule aufgenommen wurde, dem seinerzeit führenden Orgel-Pädagogen in Deutschland.

Der Abschluss seines Studiums mit dem Prädikat „mit Auszeichnung“ erlaubte ihm den Zugang in die begehrte Solistenklasse, die er mit dem „Meisterklassendiplom“ beendete.

Seinem Interesse an der musikalischen Interpretation und ihrer Geschichte folgend, studierte Bönig anschließend Musikwissenschaft an der Universität Augsburg. Seine Doktorarbeit beschäftigte sich mit der süddeutschen Kantate zur Bachzeit, einem bis dahin noch weitgehend unerforschten Bereich der barocken Musik.

Die künstlerische Tätigkeit begann Bönig in Memmingen, wo er für vierzehn Jahre als Organist und Dirigent an der dortigen Hauptkirche Sankt Josef wirkte. Das Repertoire der dort aufgeführten Werke umfaßte die großen Orchestermessen und symphonische Werke ebenso wie die zyklische Aufführung der gesamten Orgelwerke von Bach und Messiaen.

Für seine musikalische Arbeit wurde ihm 1995 der „Kulturpreis der Stadt Memmingen“ verliehen.

Neben den umfangreichen liturgischen Aufgaben, die das geistliche Leben am Kölner Dom prägen, hat auch seine Konzerttätigkeit hat ihr Zentrum in dieser Kathedrale, wo Bönig die Serie der sommerlichen „Orgelfeierstunden“ leitet. Der Zyklus gehört zu den renommiertesten und bestbesuchten Veranstaltungsreihen weltweit. Von den zwölf Konzerten spielt Bönig in jedem Jahr drei, zu Gast sind darüberhinaus international beachtete und gesuchte Organisten.

Im Dom stehen ihm zwei große symphonische Orgeln der Firma Klais zur Verfügung (die Querhausorgel von 1948 mit 4 Manualen und 88 Registern und die Schwalbennestorgel von 1998 mit drei Manualen und 53 Registern).

Konzerteinladungen führen ihn Jahr für Jahr in alle Welt, In den letzten Jahren wurde er zu feierlichen Orgelweihen und –premieren u.a. nach China, Russland und Spanien, sowie zu Konzerten nach Südafrika, Australien und Singapur eingeladen.

Das Eingehen auf die oft sehr unterschiedlichen und individuellen Orgeln ist eine besondere Passion für Winfried Bönig. Seine Programme variieren von frühem Repertoire für kleine und exquisite barocke Instrumenten bis zur großen Symphonik der Konzertsaal-Orgeln.

Bönig war und ist Interpret zahlreicher Uraufführungen von Werken, die ihm Komponisten widmeten, so von Enjott Schneider, Jean Guillou, Daniel Roth, Naji Hakim, Peter Planyavsky, Stephen Tharp und vielen anderen.

Schon seine erste CD mit Orgelwerken von Dietrich Buxtehude wurde von der europäischen und amerikanischen Musikkritik begeistert rezensiert.

Zahlreiche weitere Aufnahmen, als Organist und Dirigent, folgten und summieren sich inzwischen zu einer langen Diskographie unterschiedlichsten Repertoires, so z.B. Bachs Goldberg-Variationen (an der Ahrend-Orgel der Kölner Ursulinenkirche), Moussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in einer eigenen Bearbeitung (Konzerthalle in Bamberg) und Orgelwerke von Vierne (Cavaillé Coll-Orgel im spanischen Azkoitia). 

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